KALINOR RETARD P

Hersteller:Desma GmbH
Darreichungsform:Hartkapseln
Verordnungsart: rezeptfrei
apothekenpflichtig

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Zur Behandlung von Kaliummangelzuständen bzw. Vorbeugenden Anwendung bei harntreibenden Mitteln (Diuretika), die zu einer vermehrten Kaliumausscheidung (Kaliurese) führen.

Gebrauchsinformationen

Anwendungsgebiete


Behandlung von Kaliummangelzuständen. Vorbeugende Anwendung bei harntreibenden Mitteln (Diuretika), die zu einer vermehrten Kaliumausscheidung (Kaliurese) führen.

Wirkstoffe


Kalium

Warnhinweise


Welche Vorsichtsmaßnahmen müssen beachtet werden?
  • Vor der Anwendung sind der Zustand des Mineralstoff- und Säure-Basen-Haushalts ( Elektrolyt- und Säure-Basen-Status),

der Herzrhythmus und besonders bei älteren Patienten die Nierenfunktion zu überprüfen. Diese Werte sind während der Behandlung
zunächst in kürzeren, später in längeren Abständen zu überwachen.
Was müssen Sie im Straßenverkehr sowie bei der Arbeit mit Maschinen und bei Arbeiten ohne sicheren Halt beachten?
Die Einnahme von Kalinor-retard P hat keine Auswirkungen auf Ihre Verkehrstüchtigkeit, Ihr Reaktionsvermögen oder Ihre allgemeinen Handlungsfähigkeiten, auch beim Bedienen von Maschinen oder bei
Arbeiten ohne sicheren Halt.

Weitere Pflichtinformationen


Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker!

Anwendungsempfehlung

Dosierung


Die folgenden Angaben gelten, soweit Ihnen Ihr Arzt Kalinor-retard P nicht anders verordnet hat. Bitte halten Sie sich an die Anwendungsvorschriften, da Kalinor-retard P sonst nicht richtig wirken kann!
Wie viel Kalinor-retard P und wie oft sollten Sie Kalinor-retard P einnehmen?
Die Dosierung richtet sich nach dem auszugleichenden Kaliumverlust und wird vom Arzt für Sie persönlich angepasst.
Soweit nicht anders verordnet, gelten die folgenden Richtwerte:
  • Zur Verhütung eines Kaliummangels im allgemeinen täglich 2-3 Kapseln Kalinor-retard P (entsprechend 16- 24 mmol K+).

Es kann mit einer Dosierung von 3 x 1 Kapsel täglich begonnen werden. Danach ist die Dosierung gegebenenfalls Ihrem persönlichen Kaliumbedarf anzupassen.
Zur Behandlung eines Kaliummangels täglich 5-12 Kapseln Kalinor-retard P (entsprechend 40 -96 mmol K+). Es kann mit einer Dosierung von 3 x 2 Kapseln täglich begonnen werden.
Danach ist die Dosierung gegebenenfalls Ihrem persönlichen Kaliumbedarf anzupassen.
Wie und wann sollten Sie Kalinor-retard P einnehmen?
Die Kapseln sollen zu den Mahlzeiten unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit (wenigstens ein Wasserglas) eingenommen werden. Sollten Sie beim Schlucken von Kapseln Schwierigkeiten haben, so können Sie die beiden Hälften der Stechkapsel auseinanderziehen
und den Inhalt auf einem Löffel einnehmen. Vergessen Sie auch dann nicht, reichlich Flüssigkeit (wenigstens ein Wasserglas) dazu zu trinken.
Eine Tagesdosis von mehr als 2 Kapseln sollte über den Tag verteilt eingenommen werden (z. B. morgens, mittags, abends), also aufgeteilt auf 2 oder mehr Einzeldosen.
Wie lange sollten Sie Kalinor-retard P einnehmen?
Solange die Ursache des Kaliummangels weiter besteht, ist eine fortlaufende Gabe von Kalinor-retard P empfehlenswert. In anderen Fällen reichen oft Tage bis Wochen für den Ausgleich des Kaliummangels aus.
Überdosierung und andere Anwendungsfehler:
Was ist zu tun, wenn Kalinor-retard P in zu großen Mengen eingenommen wurde (beabsichtigte oder versehentliche Überdosierung)?
Durch normal arbeitende Nieren wird überschüssig zugeführtes Kalium rasch wieder ausgeschieden. Eine bedrohliche Überhöhung der Blut-Kaliumkonzentration ist so nur bei erheblicher Überdosierung zu erwarten. Da bei stark überhöhten
Blut-Kaliumkonzentration die normale Funktion des Herzens beeinträchtigt wird, sollte bei erheblicher Überdosierung unbedingt unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden.
Durch eine Laboruntersuchung kann vom Arzt die Blut-Kaliumkonzentration bestimmt und/oder mittels EKG der Herzrhythmus überprüft werden.
Falls notwendig, kann der Arzt dann durch geeignete Maßnahmen die Herzfunktion und die Blut-Kaliumkonzentration normalisieren. Bei nur leicht überhöhter Blut-Kaliumkonzentration kann durch normale Ausscheidung von Kalium
über die Niere auch ohne weitere Behandlung eine Normalisierung eintreten.
Was müssen Sie beachten, wenn Sie zuwenig Kalinor-retard P eingenommen oder eine Einnahme vergessen haben?
Haben Sie die Einnahme von Kalinor-retard P einmal vergessen, so können Sie dies zu einem späteren Zeitpunkt nachholen. Dabei sollten Sie aber nicht mehr als 2 Kapseln auf einmal einnehmen.
Was müssen Sie beachten, wenn Sie die Behandlung unterbrechen oder vorzeitig beenden?
Wenn Sie Kalinor-retard P einnehmen sollen, um einen Kaliummangel zu beheben oder die Entstehung eines Kaliummangels zu verhindern, dann ist diese Kaliumzufuhr durch Kalinor-retard P notwendig, um Ihren
Kaliumhaushalt im Gleichgewicht zu halten. Ohne diese zusätzliche Kaliumzufuhr ist bei Ihnen die Kaliumzufuhr mit der Ernährung nicht ausreichend, um Ihren aktuellen Kaliumbedarf
zu decken. Wenn Sie die Einnahme von Kalinor-retard P unterbrechen oder vorzeitig beenden, kann sich daher bei Ihnen ein Kaliummangel entwickeln, der ungünstige Auswirkungen auf das Herz und auf die Funktion von Nerven und Muskeln hat.

Anwendungshinweise


Zur Verhütung eines Kaliummangels im allgemeinen täglich 2 - 3 Kapseln Kalinor-retard P (entsprechend 16 - 24 mmol K+). Es kann mit einer Dosierung von 3 x 1 Kapsel täglich begonnen werden. Danach ist die Dosierung gegebenenfalls Ihrem persönlichen Kaliumbedarf anzupassen. Zur Behandlung eines Kaliummangels täglich 5 - 12 Kapseln Kalinor-retard P (entsprechend 4 - 96 mmol K+). Es kann mit einer Dosierung von 3 x 2 Kapseln täglich begonnen werden. Danach ist die Dosierung gegebenenfalls Ihrem persönlichen Kaliumbedarf anzupassen. Die Kapseln sollen zu den Mahlzeiten unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit (wenigstens ein Wasserglas) eingenommen werden. Sollten Sie beim Schlucken von Kapseln Schwierigkeiten haben, so können Sie die beiden Hälften der Steckkapsel auseinanderziehen und den Inhalt auf einem Löffel einnehmen. Vergessen Sie auch dann nicht, reichlich Flüssigkeit (wenigstens ein Wasserglas) dazu zu trinken. Eine Tagesdosis von mehr als 2 Kapseln sollte über den Tag verteilt eingenommen werden (z. B. morgens, mittags, abends), also aufgeteilt auf 2 oder mehr Einzeldosen.

Inhaltsstoffe

Wirkstoffe


Kaliumchlorid 600 MG
Kalium-Ion 314,67 MG
Kalium-Ion 8,05 MMOL

Inhaltsstoffe


1 Hartkapsel, retardiert enthält: arzneilich wirksamer Bestandteil 6 mg Kaliumchlorid (Kaliumgehalt 315 mg entsprechend 8 mmol = 8 mval K+), sonstige Bestandteile: Chinolingelb, Erythrosin, Ethylcellulose, Gelatine, Magnesiumstearat (Ph. Eur.), Natriumdodecylsulfat, Titandioxid.

Hinweise

Hinweise


Enthält Sucrose.

Gegenanzeigen


Wann dürfen Sie Kalinor-retard P nicht anwenden?
Kalinor-retard P darf nicht angewendet werden bei Krankheiten, die häufig mit einer Erhöhung des Blut-Kaliumspiegels
über die Norm (Hyperkaliämie) verbunden sind:
Eingeschränkter exkretorischer Nierenfunktion (verminderter Ausscheidungsfähigkeit der Nieren).
  • Dehydration (Mangel an Körperwasser als Folge einer Störung des Wasser- und Salz- Haushalts).

Morbus Addison (Bronzehautkrankheit, ungenügender Leistung der Nebennierenrinde).
  • Adynamia episodica hereditaria ( GAMSTORP- Syndrom, einer seltenen erblichen Erkrankung mit anfallsweise auftretenden schlaffen Lähmungen bei erhöhter Blut-Kaliumkonzentration)

Sichelzellanämie (einer fast ausschließlich bei Schwarzen vorkommenden Störung der Bildung des roten Blutfarbstoffs).
Stoffwechselentgleisungen in den sauren Bereich, z.B. diabetische Azidose (Übersäuerung des Blutes bei der Zuckerkrankheit).
Sowie bei erhöhten Blut-Kaliumspiegel aufgrund von Kaliumverschiebungen vom intrazellullären in den extrazellulären Raum, also von den Zellen in das Blut.
Wann dürfen Sie Kalinor-retard P erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt anwenden?
Im Folgenden wird beschrieben, wann Sie Kalinor-retard P nur unter bestimmten Bedingungen und nur mit besonderer Vorsicht anwenden dürfen.
Befragen Sie hierzu bitte Ihren Arzt. Dies gilt auch, wenn diese Angaben bei Ihnen früher einmal zutrafen.
Kalinor-retard P sollte nur mit Vorsicht angewendet werden bei gleichzeitiger Behandlung mit,
Arzneimitteln, die vergleichbar dem Atropin (aus der Tollkirsche) wirken (Anticholinergika).
Kaliumsparende wassertreibende Mittel (kaliumsparende Diuretika).
Die Wirkung von Nebennierenrindenhormon aufhebende Substanzen (Aldosteronantagonisten).
Bestimmten blutdrucksenkenden Mitteln (ACE-Hemmern, Angiotensin-ll-Rezeptor-Blockern).
  • Möglicherweise nierenschädlichen Arzneimitteln wie bestimmten Schmerz- und Rheumamitteln (nichtsteroidale Antiphlogistika u. a.).

Durch Wechselwirkung mit diesen letztgenannten Arzneimitteln, durch eine plötzlich auftretende Übersäuerung des Blutes (Azidose), plötzliche Einschränkung der Nierenfunktion oder andere Zustände kann es zu einer zufällig auftretenden Erhöhung der
Blut-Kaliumkonzentration über die Norm (Hyperkaliämie) kommen.
Die Verordnung eines festen Kaliumchlorid-Präparates wie Kalinor-retard P muss von Ihrem Arzt sorgfältig überdacht werden, wenn bei Ihnen eine Beeinträchtigung der Speiseröhren bzw. der Magen-Darm-Passage bekannt ist d.h. falls beispielsweise eine
Verengung in Speiseröhre, Magen oder Darm vorliegt oder durch eine Krankheit oder die gleichzeitige Einnahme von bestimmten Arzneimitteln ( wie z. B. Anticholinergika, die vergleichbar dem Atropin
aus der Tollkirsche wirken) der Weitertransport von Nahrungsbrei wie Arzneimitteln durch Magen und Darm stark verlangsamt ist. In diesen Fällen kann es günstiger sein, ein flüssig einzunehmendes
Kaliumpräparat ( z. B. als Brausetablette) zu verordnen.
Hinweise auf schädliche Wirkungen während der Schwangerschaft und in der Stillzeit sind nicht bekannt.

Nebenwirkungen


  • Gelegentlich werden Oberbauch- und Darmbeschwerden, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall beobachtet.

Das Auftreten von schweren Schädigungen der Schleimhaut im Bereich der Speiseröhre und des Magen-Darm Traktes, die sich z. B.
  • durch schweres Erbrechen, starke Bauchschmerzen und Magen-Darm- Blutungen bemerkbar machen können, wurde für Kalinor-retard P bisher nicht beobachtet.

Auch wenn Sie Nebenwirkungen bei sich beobachten, die nicht in dieser Packungsbeilage aufgeführt sind, teilen Sie diese bitte Ihrem
Arzt oder Apotheker mit.
Welche Gegenmaßnahmen sind bei Nebenwirkungen zu ergreifen?
Übelkeit und die anderen oben genannten Magen-Darm-Beschwerden bedürfen, soweit sie tatsächlich mit der Einnahme von Kalinor-retard P zusammenhängen, keiner besonderen Behandlung. Zur Vermeidung
sollten Sie unbedingt darauf achten, Kalinor-retard P mit ausreichend Flüssigkeit und nie auf nüchternen Magen einzunehmen.
Befolgen Sie bitte die im Abschnitt Dosierungsanleitung gegebenen Hinweise.
Bei schwerem Erbrechen, starken Bauchschmerzen und Magen-Darm-Blutungen müssen Sie unverzüglich Ihren Arzt informieren und
dürfen Kalinor-retard P nicht weiter einnehmen. Ihr Arzt wird dann entscheiden, was weiter zu tun ist.

Wechselwirkungen


Welche anderen Arzneimittel beeinflussen die Wirkung von Kalinor-retard P, bzw. wie beeinflusst Kalinor-retard P die Wirkung
von anderen Arzneimitteln?
Eine Erhöhung der Blut-Kaliumkonzentration über die Norm vermindert die Wirkung von Herzglykosiden. Bei gleichzeitiger Therapie
mit bestimmten blutdrucksenkenden Mitteln (Angiotensin-Converting-Enzym-Hemmern/ACE-Hemmern, Angiotensin-ll-Rezeptor-Blockern), Aldosteronantagonisten (die Wirkung von Nebennierenrindenhormon aufhebende Substanzen),
  • kaliumsparenden Diuretika (kaliumsparende wassetreibende Mittel) oder bestimmten Schmerz- und Rheumamitteln (nichtsteroidale Antiphlogistika und periphere Analgetika) wie z. B. Indometacin, ist
  • eine besondere Kontrolle der Blut- Kaliumkonzentration angezeigt, da die genannten Arzneimittel zu einer Verminderung der Kaliumausscheidung über die Nieren und damit zu einer Erhöhung der Blut-Kaliumkonzentration

über die Norm führen können. Anticholinergika (Arzneimittel, die vergleichbar dem Atropin aus der Tollkirsche wirken) hemmen die
Bewegungsvorgänge im Darm (Darmmotilität) und erhöhen daher bei gleichzeitiger Anwendung die (geringe) Wahrscheinlichkeit von
Nebenwirkungen in Magen und Darm. Beachten Sie bitte, dass diese Angaben auch für vor kurzem angewandte Arzneimittel gelten können!
Welche Genussmittel, Speisen und Getränke sollten Sie meiden?
Wechselwirkungen zwischen der Einnahme von Kalinor-retard P und Genussmitteln, Speisen oder Getränken sind nicht zu erwarten.